Moderne Bewerbermanagement Software – auch Applicant Tracking System (ATS) oder Recruiting Software genannt – hilft dabei, Bewerbungen zentral zu bündeln, Workflows zu automatisieren und Hiring-Teams einzubinden.
Doch welche Lösung passt zu welchem Unternehmen? Dieser Vergleich zeigt etablierte Anbieter 2026, ihre Schwerpunkte sowie typische Einsatzszenarien.
Auswahl der Anbieter
Für diesen Überblick wurden Lösungen berücksichtigt, die sich in unterschiedlichen Unternehmensgrößen und Recruiting-Strukturen etabliert haben.
Berücksichtigt wurden:
- Funktionsumfang und Automatisierung
- Benutzerfreundlichkeit
- Datenschutz und Compliance
- Integrationsfähigkeit
- Skalierbarkeit
- Strategische Ausrichtung (z. B. Candidate Experience, Enterprise-Fokus, HR-Suite)
Die Auflistung stellt keine Rangfolge dar, sondern bietet eine strukturierte Marktübersicht.
Die wichtigsten Anbieter im Überblick
- softgarden – Fokus auf Candidate Experience und Feedback-Transparenz
- d.vinci Bewerbermanagement – Prozess- und compliance-orientiertes ATS
- rexx systems – Recruiting als Teil einer modularen HR-Suite
- SmartRecruiters – Enterprise-ATS für internationale Organisationen
- Prescreen – Flexibles, individuell konfigurierbares Bewerbermanagement
- Personio Recruiting – Recruiting-Modul innerhalb einer HR-Gesamtlösung
- Workable – Internationales ATS mit Active-Sourcing-Fokus
Vor- und Nachteile der Bewerbermanagement Softwares
Recruiting-Systeme unterscheiden sich deutlich in strategischer Ausrichtung, Komplexität und Zielgruppe. Während einige Lösungen maximale Skalierbarkeit für internationale Konzerne bieten, legen andere den Schwerpunkt auf Benutzerfreundlichkeit oder Candidate Experience.
Im Folgenden ein strukturierter Überblick.
softgarden
softgarden ist eine Bewerbermanagement-Software mit Fokus auf strukturierte Recruiting-Prozesse und eine konsequent gestaltete Candidate Experience. Neben klassischen ATS-Funktionen ermöglicht die Lösung eine transparente Steuerung des Bewerbungsprozesses – von der Stellenausschreibung bis zur finalen Entscheidung.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf automatisierten Feedback-Mechanismen. Unternehmen können Bewerberrückmeldungen systematisch erfassen und zur Optimierung interner Prozesse sowie zur Stärkung ihrer Arbeitgeberreputation nutzen. Damit verbindet softgarden operative Prozesssteuerung mit einem strategischen Blick auf Arbeitgeberwahrnehmung.
Die Lösung richtet sich insbesondere an mittelständische Unternehmen und wachsende Organisationen, die strukturierte Workflows mit transparenter Kommunikation kombinieren möchten.
Vorteile:
- Fokus auf Candidate Experience
- Automatisierte Feedback-Prozesse
- Transparente Workflows
- Gute Integrationsfähigkeit
Nachteile:
- Einarbeitung bei umfangreichen Funktionen erforderlich
d.vinci Bewerbermanagement
d.vinci ist ein in Deutschland entwickeltes Applicant Tracking System mit starkem Fokus auf Prozesssicherheit und Compliance. Die Lösung unterstützt Unternehmen dabei, Recruiting-Abläufe klar zu strukturieren und rollenbasiert zu steuern.
Das System eignet sich vor allem für mittelständische Unternehmen und größere Organisationen, die Wert auf DSGVO-konforme Prozesse und transparente Entscheidungswege legen. Konfigurierbare Workflows ermöglichen die Abbildung komplexerer Strukturen.
Der Schwerpunkt liegt stärker auf stabiler Prozesslogik als auf Recruiting-Marketing oder Employer-Branding-Funktionen.
Vorteile:
- Hohe Prozessstärke
- DSGVO-konform
- Flexible Workflow-Konfiguration
Nachteile:
- Weniger Marketing-Fokus
- Für kleine Teams teilweise komplex
rexx systems
rexx systems ist eine modular aufgebaute Recruiting- und HR-Software, bei der Bewerbermanagement Teil einer umfassenden HR-Suite ist. Die Lösung eignet sich insbesondere für größere mittelständische Unternehmen und Konzerne.
Durch Mehrsprachigkeit, differenzierte Rollenmodelle und Automatisierungsmöglichkeiten lassen sich komplexe Organisationsstrukturen abbilden. Recruiting wird dabei eng mit weiteren HR-Prozessen verzahnt.
Für kleinere Unternehmen kann der Funktionsumfang umfangreicher sein als erforderlich.
Vorteile:
- Hohe Skalierbarkeit
- Mehrsprachigkeit
- Integration in HR-Gesamtprozesse
Nachteile:
- Komplexe Oberfläche
- Längere Implementierung möglich
SmartRecruiters
SmartRecruiters ist ein international ausgerichtetes Enterprise-ATS für global agierende Organisationen. Die Plattform kombiniert Bewerbermanagement, kollaboratives Hiring und umfangreiche Integrationen.
Besonders geeignet ist die Lösung für Unternehmen mit mehreren Standorten oder internationalen Recruiting-Teams. Analytics- und Reporting-Funktionen unterstützen datenbasierte Entscheidungen.
Für kleinere Unternehmen kann das System kosten- und implementierungsintensiv sein.
Vorteile:
- Internationale Skalierbarkeit
- Strukturierte Scorecards
- Umfangreiche Integrationen
Nachteile:
- Hoher Implementierungsaufwand
- Für KMU häufig kostenintensiv
Prescreen
Prescreen ist eine flexibel konfigurierbare Bewerbermanagement-Software mit hohem Individualisierungsgrad. Unternehmen können Workflows, Formulare und Rollenmodelle an ihre spezifischen Anforderungen anpassen.
Die Lösung eignet sich für Organisationen, die ihre Recruiting-Prozesse stark individualisieren möchten und Wert auf modulare Erweiterbarkeit legen.
Die Einrichtung erfordert jedoch eine sorgfältige Prozessdefinition.
Vorteile:
- Hoher Individualisierungsgrad
- Modular erweiterbar
- Skalierbar
Nachteile:
- Einrichtung benötigt Vorbereitung
- Weniger klarer strategischer Schwerpunkt
Personio Recruiting
Personio Recruiting ist Teil einer ganzheitlichen HR-Software und richtet sich primär an kleine und mittelständische Unternehmen. Das Recruiting-Modul ist eng mit Personalverwaltung und Onboarding verzahnt.
Im Mittelpunkt steht eine integrierte Lösung für Unternehmen, die HR-Prozesse zentral steuern möchten. Für sehr komplexe Recruiting-Strukturen kann der Spezialisierungsgrad begrenzt sein.
Vorteile:
- Integration von Recruiting und HR
- Übersichtliche Bedienung
- Zentrale Datenverwaltung
Nachteile:
- Keine spezialisierte Recruiting-Lösung
- Begrenzte Individualisierung bei komplexen Anforderungen
Workable
Workable ist eine international genutzte Recruiting-Software, die Bewerbermanagement mit Active Sourcing kombiniert. Die Lösung richtet sich vor allem an wachstumsorientierte Unternehmen mit standardisierten Prozessen.
KI-gestützte Funktionen unterstützen die Identifikation geeigneter Kandidaten. Im DACH-Raum können lokale Datenschutz- oder Marktanforderungen stärker geprüft werden müssen.
Vorteile:
- Kombination aus ATS und Active Sourcing
- Intuitive Bedienung
- Schnelle Implementierung
Nachteile:
- Weniger auf DACH spezialisiert
- Eingeschränkte Individualisierung bei komplexen Workflows
Worauf sollten Unternehmen bei der Auswahl achten?
Die Wahl einer Bewerbermanagement Software sollte strategisch erfolgen. Wichtige Kriterien sind:
1. Unternehmensgröße
KMU benötigen oft schlanke Systeme, Konzerne skalierbare Lösungen mit differenzierten Rollenstrukturen.
2. Prozesskomplexität
Je komplexer die Organisation, desto wichtiger sind konfigurierbare Workflows.
3. Candidate Experience
Transparente Kommunikation und kurze Reaktionszeiten stärken die Arbeitgebermarke.
4. Datenschutz
DSGVO-Konformität und Hosting-Standort sind besonders im DACH-Raum relevant.
5. Integrationen
Schnittstellen zu HRIS, Video-Interview-Tools oder Assessments erhöhen Effizienz.
6. Strategische Ausrichtung
Soll Recruiting primär administrativ organisiert oder aktiv zur Arbeitgeberpositionierung beitragen?
Fazit – Die passende Bewerbermanagement Software finden
Die Auswahl der richtigen Bewerbermanagement Software hängt stark von den individuellen Anforderungen eines Unternehmens ab. Unterschiedliche Lösungen setzen unterschiedliche Schwerpunkte – etwa bei Prozesssteuerung, Internationalisierung, Integration in bestehende HR-Strukturen oder bei der Gestaltung der Candidate Experience.
Während einige Systeme besonders auf Skalierbarkeit und komplexe Organisationsstrukturen ausgerichtet sind, fokussieren andere stärker auf Benutzerfreundlichkeit, modulare Erweiterbarkeit oder die Verzahnung mit weiteren HR-Prozessen. Auch Aspekte wie Datenschutz, Integrationsfähigkeit und strategische Zielsetzung im Recruiting spielen eine zentrale Rolle.
Eine fundierte Entscheidung sollte daher nicht allein auf Basis einzelner Funktionen getroffen werden. Entscheidend ist vielmehr, welche Rolle Recruiting im eigenen Unternehmen einnimmt, wie standardisiert die Prozesse sind und welche Entwicklungsperspektive berücksichtigt werden soll.
Ein strukturierter Anforderungskatalog, die Einbindung relevanter Stakeholder sowie eine realistische Bewertung interner Prozesse helfen dabei, langfristig eine passende Lösung zu identifizieren.



